Das einstige Elternhaus des Malers und «Brücke»-Mitbegründers Karl Schmidt-Rottluff ist umfassend saniert worden - und nun ein Museum. Eine Schau widmet sich dem Leben des Künstlers (1884–1976) und der Vorgeschichte des Expressionismus in Chemnitz. Zu sehen sind Kunstwerke, Faksimiles und Dokumente, Holz-, Stein- und Schmuckobjekte sowie private Gegenstände wie eine Tabakpfeife von Schmidt-Rottluff.
Das einst dem Verfall preisgegebene Elternhaus des Expressionisten wurde als ein Projekt der Kulturhauptstadt Europas 2025 für rund 3,5 Millionen Euro restauriert.
Festakt zur Eröffnung
Eröffnet werden sollte das neue Künstlermuseum an diesem Sonntag mit einem Festakt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte laut Mitteilung, es werde ein herausragender Künstler gefeiert, dessen Arbeit von den Nationalsozialisten verfemt worden sei.
Schmidt-Rottluff, der heute zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus in Deutschland zählt, war 1884 in Rottluff bei Chemnitz als Karl Schmidt geboren worden. Seine Eltern betrieben dort eine Mühle. Nach dem Abitur ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren.
Gleich zu Beginn gründete er 1905 mit den drei Kommilitonen Ernst Ludwig Kirchner, Otto Bleyl und Erich Heckel die Künstlergruppe «Brücke». Und er fügte seinem Nachnamen den Namen seines Geburtsortes hinzu. Dieser ist heute ein Stadtteil von Chemnitz.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten