Der Streit um die Zukunft des Garagenhofes in der Katzmannstraße in Leipzig steht kurz vor einer entscheidenden Wendung. Der Stadtrat soll am Mittwoch über den Bau einer neuen Schule abstimmen, deren Errichtung das Ende des umstrittenen Garagenhofs bedeuten würde. Wochenlang waren die politischen Lager gespalten, doch eine Lösung scheint in Sicht.
Bereits seit einem Vierteljahr beschäftigt das Thema die Stadtpolitik. Im Februar vertagte die zuständige Bürgermeisterin Vicki Felthaus (Grüne) die Entscheidung im Stadtrat. Hintergrund war die Unsicherheit, ob es eine Mehrheit für den Abriss der 214 Garagen in Mockau zugunsten des Schulbaus geben würde. Eine Ablehnung des Vorhabens wäre eine Premiere für Leipzig gewesen.
Hinter den Kulissen wurde intensiv verhandelt, um einen Konsens zu finden. Mehrere Fachausschüsse, darunter Schule und Bau, suchten in einer gemeinsamen Sitzung nach einer Lösung. Mittlerweile ist klar, dass es eine knappe Mehrheit für den Schulbau gibt, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet.
Ein wesentlicher Faktor ist die BSW-Fraktion, die sich bei der Abstimmung enthalten will. Ohne ihre sieben Stimmen wird keine Mehrheit für den Erhalt des Garagenhofs erwartet, obwohl CDU und AfD seit Wochen dagegen kämpfen. Die Linksfraktion plant, mehrheitlich für den Schulbau zu stimmen, während SPD und Grüne den Plan bereits von Anfang an unterstützen.
Der Plan der Schulverwaltung sieht vor, eine Schule mit Sporthalle in der Katzmannstraße zu bauen, die als Ausweichquartier für andere Schulen dienen soll, die saniert oder neu gebaut werden müssen. Doch der Garagenhof steht diesem Vorhaben im Weg. Die Stadt plant, die Mietverträge bis spätestens 2026 zu kündigen.
Alternativvorschläge wurden von der CDU unterbreitet, die andere mögliche Standorte für die Schule ins Spiel bringt. Sie wirft der Verwaltung vor, dass deren Hauptaugenmerk nicht allein auf der Schaffung eines Ausweichquartiers, sondern auch auf der Auflösung des Garagenhofes liege. SPD-Stadträtin Köhler-Siegel weist diese Anschuldigung zurück und betont die Dringlichkeit der Schulsanierungen in Leipzig.
Zusätzlich zu den Anträgen wird der Stadtrat über zwei Petitionen entscheiden. Eine fordert den Erhalt der Garagen und eine andere, eingereicht von der Vorsitzenden des Stadtschülerrates, fordert den Bau der Schule. Auch Kreiselternrat und Stadtschülerrat haben sich kritisch geäußert, nachdem sie mit Vertretern der Garagennutzer gesprochen hatten.