Der ostdeutsche Energiekonzern VNG sieht derzeit keine Möglichkeit für eine Rückkehr zu russischen Pipeline-Gaslieferungen. Derzeit sei eine direkte Rückkehr zur russischen Lieferung «schwierig vorstellbar», sagte Vorstandschef Ulf Heitmüller in Leipzig. Russland habe die Gaslieferungen einseitig und vertragsbrüchig eingestellt. VNG unterhalte daher derzeit keine Lieferbeziehungen mehr zu Russland.
Auf die Frage, ob nach einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine russisches Gas wieder eine Option sein könne, stellte Heitmüller klar, man höre zwar viele Spekulationen dazu, habe selbst aber keine belastbaren Informationen. Die Frage nach einer Rückkehr stelle sich für VNG derzeit nicht.
Algerien statt Russland: Neue Wege der Gasbeschaffung
VNG habe seit 2022 seine Gasbezüge deutlich diversifiziert. Unter anderem wurden Lieferverträge mit Norwegen verlängert. Auch Gas aus Algerien spiele inzwischen eine größere Rolle. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit unabhängig von einzelnen Herkunftsländern langfristig zu sichern.
Auch eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums hatte jüngst mögliche künftige Importen russischen Öls für die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt ausgeschlossen. Es gebe keine derartigen Bestrebungen. Deutschland habe sich unter großen Anstrengungen von russischer Energie unabhängig gemacht. Es gebe auch keine Überlegungen, Gas einzuführen über noch bestehende Pipelines.
Zuvor hatte Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) signalisiert, eine mögliche Rückkehr zu Öl aus Russland in Schwedt nach einem Frieden in der Ukraine grundsätzlich zu begrüßen. «Ich würde mich natürlich freuen, wenn wir auch wieder in normale wirtschaftliche Beziehungen zu Russland eintreten könnten.»
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten