Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt darauf, dass ein Fünftel der Ministerämter in der künftigen Bundesregierung mit Ostdeutschen besetzt wird. «Wir stellen rund 20 Prozent der Bevölkerung. Diesen Anteil im Kabinett zu stellen, wäre nur angemessen», sagte Woidke der «Märkischen Allgemeinen». «Es muss ein Zeichen nach außen gesetzt werden. Wir ostdeutschen Ministerpräsidenten werden das bei der Besetzung des Kabinetts klar einfordern. Und wir werden auch in Zukunft nicht bequemer sein. Egal, welcher Partei wir angehören.»
Damit stellt sich Woidke hinter die Forderung seines sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer. Sachsens CDU-Ministerpräsident fordert, dass mehrere Ministerposten einer schwarz-roten Koalition mit ostdeutschen Politikern besetzt werden. «Der Anteil der Bevölkerung sollte sich auch prozentual in der Bundesregierung abbilden», sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. Kretschmer gehört zum Kern-Verhandlungsteam von CDU, CSU und SPD, die derzeit über eine gemeinsame Koalition beraten.
Woidke: Merz hat Zeug für guten Kanzler
Ein Fünftel des bisherigen Kabinetts wären drei Menschen. Das geschäftsführende Bundeskabinett besteht aus 15 Menschen, inklusive Kanzler und Kanzleramtschef. Klara Geywitz und Steffi Lemke stammen aus Ostdeutschland.
Brandenburgs SPD-Regierungschef äußerte sich positiv über CDU-Chef Friedrich Merz, der voraussichtlich nächster Bundeskanzler wird. «Wir haben noch nicht allzu oft miteinander gesprochen. Aber mein Eindruck von ihm ist gut», sagte Woidke. «Er hat das Zeug, ein guter Kanzler für Deutschland zu werden. Dieses Land braucht Sicherheit und Stabilität.»
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