loading

Nachrichten werden geladen...

Trumps Strafzölle belasten Sachsens Autoindustrie zusätzlich

Die Autoindustrie in Ostdeutschland gerät durch US-Zölle ins Wanken. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Die Autoindustrie in Ostdeutschland gerät durch US-Zölle ins Wanken. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Neue US-Strafzölle treffen die Branche in einem ohnehin schwierigen Moment. Jetzt wächst die Sorge, dass selbst starke Werke wie in Leipzig ins Straucheln geraten könnten.

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf importierte Pkw setzen auch die sächsische Automobilindustrie unter Druck. «Die Zölle sind unsinnig und schaden auch den US-Verbrauchern – aber sie alleine sind gar nicht das Hauptproblem, sondern das alles auf einmal über die deutsche Automobilindustrie einzuschlagen scheint», sagte der Geschäftsführer des Automotive Clusters Ostdeutschland (ACOD), Jens Katzek.

Erst der stockende Absatz bei der Elektromobilität, dann die hohen Energiepreise, die starke Dominanz des chinesischen Wettbewerbs, die wachsenden Bürokratie und die damit verbundenen Kosten – und jetzt auch noch die Zölle, zählte Katzek die aktuellen Belastungen für die Branche auf. Gleichzeitig betonte er: «Das BMW Werk in Leipzig produziert gerade auf Rekordniveau.»

Handelsbarrieren treffen auf Rekordproduktion

BMW bewertet die Auswirkungen der angekündigten Zölle auf einzelne Werke wie Leipzig nach eigenen Angaben noch. Der Konzern verwies auf die Bedeutung freien Handels und sprach sich grundsätzlich gegen neue Handelshemmnisse zwischen EU und USA aus. «Freier Handel und internationale Zusammenarbeit haben eine immense Bedeutung weltweit und sind wichtige Treiber für Wachstum und Fortschritt.»

Beim Volkswagen-Werk in Zwickau wird der mögliche Effekt als derzeit begrenzt eingeschätzt. «Uns schmerzt natürlich der mögliche Verlust jedes einzelnen Fahrzeugs aufgrund der drohenden Zöllen», sagte Unternehmenssprecher Christian Sommer. Nur rund fünf Prozent der Jahresproduktion seien für den US-Markt bestimmt – ausschließlich Audi Q4 e-tron-Modelle.

Das Porsche-Werk in Leipzig äußerte sich zunächst nicht zu den möglichen Auswirkungen der Zölle. 

Forderung nach politischem Kurswechsel

Katzek forderte abschließend klare politische Reaktionen. «Wir erhoffen nicht nur eine Antwort aus Brüssel, die zu einem Ende des Handelskonfliktes führt, sondern erwarten auch, dass in einer solch angespannten Situation keine weitere Belastung in Richtung der Unternehmen kommt.» Konkret nannte er weniger neue Vorschriften, niedrigere Energiepreise, bessere Ladeinfrastruktur und einen echten Bürokratieabbau.

Letztes Jahr wurden laut Katzek rund 4,1 Millionen Autos in Deutschland produziert – etwa 840.000 davon in Ostdeutschland, knapp 600.000 in Sachsen. 77 Prozent seien exportiert worden, darunter rund 450.000 Fahrzeuge im Wert von etwa 26 Milliarden Euro in die USA.

Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Unterstützt von:

publizer