Im Umgang mit der AfD bleiben die Freien Wähler (FW) in Sachsen bei ihrer Linie. «Wir halten die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD nach wie vor für nicht hilfreich», erklärte FW-Landeschef Thomas Weidiger. Die Brandmauer habe den allseits erhofften Erfolg nicht gebracht. «Im Gegenteil: Die AfD ist hinter dieser Brandmauer sowohl in Sachsen als auch bundesweit stärker geworden.»
Freie Wähler wollen Abgrenzung und keine Ausgrenzung
Zugleich stellte Weidinger klar, dass sich seine Partei deutlich von der AfD abgrenze und «keinerlei Interesse an einer strategischen Zusammenarbeit mit dieser Partei» habe. «Allerdings grenzen wir die AfD und insbesondere die 37 Prozent der sächsischen Wählerinnen und Wähler, die diese Partei bei der vergangenen Bundestagswahl gewählt haben, nicht aus.» Es gehe darum, diese Wähler für die bürgerliche Mitte zurückgewinnen.
FW-Landeschef stärkt Abgeordneten Berger den Rücken
Zugleich stellte sich Weidinger hinter Matthias Berger, der als Direktkandidat der FW im Landtag sitzt. Er sei nicht Mitglied der Partei und damit auch nicht weisungsgebunden. «Die Landesvereinigung Sachsen wird wie mit jedem anderen kommunalen Freie-Wähler-Akteur in Sachsen auch mit Matthias Berger weiter zusammenarbeiten.»
Der Bundesverband der Freien Wähler hatte Berger wegen seines Umgangs mit der AfD untersagt, Partei-Logos der Freien Wähler zu verwenden. Berger zeigte sich am Mittwoch unbeeindruckt und erklärte, weiter mit allen im Parlament reden zu wollen – auch mit der AfD. Er wähne sich auf der richtigen Seite, der Rest interessiere ihn nicht, sagte Berger.
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