Die Grünen warnen die sächsische Minderheitsregierung davor, das Rad in der Energiepolitik zurückzudrehen. Ex-Energieminister Wolfram Günther bezieht sich dabei auf Äußerungen von Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) zum Flächenziel beim Ausbau der Windkraftanlagen. Sie hatte den Sinn von starren Vorgaben bezweifelt. Auf Weisung des Bundes müssen bis 2032 zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden. Günther wollte das Ziel schon vorzeitig schaffen.
Ministerin hält nichts von starren Flächenzielen
«Bei uns in Sachsen ist diese Regelung schwerlich umsetzbar, weil wir ein dicht besiedeltes Land mit teilweise ungünstiger Topografie sind. In meinen Gesprächen vor Ort höre ich darüber hinaus immer wieder, dass die Bevölkerung erhebliche Belastungen bei der Umsetzung des starren Flächenzieles befürchtet», hatte Kraushaar argumentiert. Sie macht geltend, dass angesichts immer leistungsfähigerer Anlagen heute auf der gleichen Fläche mehr Energie erzeugt werden könne.
Kraushaar hält es für richtig, wenn es den Ländern selbst überlassen bleibt, ob sie den Energiebeitrag durch die Nutzung von Wind-, Sonnen- oder einer anderen erneuerbaren Energiequelle erbringen. «Natürlich spielt das Repowering von bestehenden Windenergieanlagen hier eine wichtige Rolle.»
Grüne halten der CDU «industriepolitische Planlosigkeit» vor
Günther - in neuer Funktion wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag - bescheinigte der CDU «industriepolitische Planlosigkeit». Sachsens Unternehmen seien rund um die Uhr auf eine sichere Versorgung mit kostengünstigem Strom angewiesen. Der Weg dahin sei ein intelligenter Mix aus Wind- und Sonnenenergie in Kombination mit weiteren Kraftwerken. Deshalb müsse es einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energie geben.
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