Sachsen sucht händeringend nach Pflegepersonal und richtet dabei den Blick auch ins Ausland. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) drängt auf mehr Tempo bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. «Es muss unser Ziel sein, Anerkennungsverfahren einfacher, schneller und effektiver auszugestalten, ohne die Patientensicherheit zu gefährden», sagte Köpping der Deutschen Presse-Agentur. Man brauche aber auch die Gewähr, dass nur hinreichend qualifiziertes Personen die Anerkennung erhalte.
«Der zunehmende Fachkräftemangel ist eine riesige Herausforderung für das gesamte Gesundheitswesen. Damit die Menschen überall in Sachsen auch in Zukunft bestmöglich pflegerisch versorgt werden können, brauchen wir stabile Ausbildungszahlen in den Pflegeausbildungen und dürfen auch nicht die bereits in der Pflege tätigen Personen aus dem Blick verlieren», betonte die Ministerin. Man könne es sich nicht leisten, auf Pflegefachkräfte aus dem Ausland zu verzichten.
Für viele von ihnen sei es häufig ein langer Weg, bis sie die erforderliche Berufserlaubnis in den Händen hielten, sagte Köpping. Das Verfahren zur Anerkennung sei dabei nur eine Hürde, die es zu überwinden gelte. Köpping hatte sich vor gut einem Jahr selbst auf die Reise gemacht, um Pflegekräfte in Brasilien für eine Arbeit in Sachsen zu gewinnen. Unlängst besuchte sie in einer Einrichtung in Pulsnitz junge Menschen aus dem südamerikanischen Land, die momentan eine Qualifizierung machen und hier arbeiten wollen.
Linke sieht Potenzial bei schon in Sachsen beheimateten Menschen
Auch die Linken im Landtag halten mehr Bemühungen um Pflegekräfte für notwendig. «Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird auch in Sachsen rasant ansteigen. Alle sollen in Würde altern. Das erfordert nicht nur bezahlbare Eigenanteile, die niemanden zum Sozialfall machen, sondern vor allem genug kompetentes Personal in den Heimen und bei Pflegediensten», erklärte Linke-Chefin Susanne Schaper. Offensichtlich gelinge es trotz teurer Anwerbe-Programme kaum, qualifizierte Leute aus dem Ausland zu gewinnen.
Schaper hatte unlängst eine Kleine Anfrage im Parlament zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Jahr 2023 gestellt. Aus den Zahlen ging hervor, dass von 495 Anerkennungsverfahren in dem betreffenden Jahr 420 abgeschlossen und 30 genehmigt wurden. Wie viele inzwischen davon eine Anerkennung erhielten, blieb offen.
«Die Schlussfolgerung kann nur lauten: Wir müssen mehr Menschen qualifizieren, die schon in Sachsen leben. Dabei muss es auch um soziale Kompetenz geben, Fachkompetenzen lassen sich erlernen», argumentierte Schaper. Auch bei derzeit erwerbslosen oder bei zugewanderten Menschen gebe es sicher ein Potenzial.
Anerkennung von Gesundheitsberufen an hohe Hürden geknüpft
Im Sinne des Patientenschutzes ist der Zugang zu Gesundheitsberufen an besonders hohe Voraussetzungen geknüpft. Das gilt sowohl für inländische wie für ausländische Absolventen. Neben einer erfolgreich absolvierten Ausbildung müssen sie die erforderlichen Deutschkenntnisse, eine gesundheitliche Eignung und die moralische Zuverlässigkeit (Führungszeugnis) vorweisen.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten